Wer ist eigentlich dieser Typ, der 2004 noch als „Roots Rockers“ bei
Chet Records / SonyBMG gesignt „Tanzen & Schrei´n“
proklamierte und sich vier Jahre später als Befreiungsschlag zum
Solo-Künstler „Endlich Single“ auf die Fahnen schrieb?
Uwe Kaa,
Jahrgang 1977, in Passau geboren und Wahl-Münchner, macht 2011 auf
seinem neuen Album „Danebenbenehmen“ eben dieses salonfähig.
Ob
2002 mit der ersten Single „Für´n Arsch“ live bei VIVA
Interaktiv, im darauffolgenden Jahr bei der „Ride Again Tour“ mit
Seeed oder bei Shows mit Größen wie Sean Paul und Julian Marley:
Uwe singt, rappt und textet auf deutsch und hat von jeher nichts
anderes gemacht.
„Authentisch zu sein ist das Wichtigste“,
erklärt er seinen Output, der sich für Schubladen-Denker irgendwo
und nirgends zwischen Reggae, Soul und deutschem Pop einordnen lässt.
Genau das scheint Uwes Rezept zu sein, das seine Zuhörerschaft über
die Jahre stetig wachsen lässt: Er verstellt sich nicht.
Aber warum
„Danebenbenehmen“ als Titel für sein nächstes Solo-Werk?
„Das
ist die logische Konsequenz aus dem Umstand, `Endlich Single´ zu
sein“, sagt er und fährt fort: „Der Titel kam als allererstes,
noch vor dem ersten Song.“ Doch es steckt mehr dahinter, als purer
Pragmatismus. Uwe Kaas Texte befassen sich sehr plastisch mit
menschenmöglichem Missverhalten jeder Art und halten der Welt einen
Spiegel vor: mal witzig, mal ernst. Trotzdem lassen sie viel Raum
zwischen den Zeilen.
Irievibrations Records aus Wien veröffentlichen
mit „Danebenbenehmen“ nun auch die zweite LP des Sängers und
haben ihm musikalisch völlig freie Hand gelassen.
So kommt es, dass
sich zum Offbeat als Grundkonzept auch Funk-, Blues- und soulige
Songwriter-Einflüsse gesellen. Kein typisches Reggae-Album. Aber
typisch für die Entwicklung von Uwe Kaa, der mittlerweile auf über
30 Veröffentlichungen verschiedenster Couleur zurückblicken kann.
In der ersten Singleauskopplung „Unter´m Strich“ wird deutlich: „Biet´ mir ´ne Million, ich geb Dir kein Stück von dem Gefühl zu wissen, dass es unter´m Strich genau so ist, wie ich es
will“.
Der Text lässt tief blicken und ruft beim Hörer in
Kombination mit dem wohlig warmen Akustikgitarren-Sound ein
Gänsehaut-Feeling hervor.
Einen derartigen Song als Aushängeschild
für ein Album zu verwenden, auf dessen Cover sich der Protagonist
verschmitzt lächelnd mit einer kaputten Gitarre in der Hand zeigt,
hält dieser nur für richtig: „Tue das Unerwartete, nur dann
kannst du heutzutage noch jemanden überraschen.“ Und überraschen
wird „Danebenbenehmen“ ganz sicher.
Gleichzeitig hängen große
Erwartungen daran, denn Uwe Kaa ist in der deutschsprachigen
Reggae-Szene kein unbeschriebenes Blatt. Mit Hits wie „Freundin“,
„Nie Genug feat. Phenomden“ oder seiner „Dancehall Story“ vom
letzten Album hat er die Messlatte für die aktuelle Veröffentlichung
hoch angelegt.
Zudem hat sich Uwe durch hunderte Live-Auftritte in
Deutschland, Österreich und der Schweiz - ob mit DJ in kleinen Clubs
oder mit der One Drop Band auf großen Festivals - einen Ruf als
sympathischer und großartiger Performer erspielt.
2011 feiert er
sein 15-jähriges Bühnenjubiläum. „Scheiß´ auf den Rest der
dich in Fächer presst sing´ aus Protest und voller Brust deinen
eigenen Text“ lässt Uwe im Funk-Song „Munition“ verlauten.
Während er eindrucksvoll beweist, sich in vielen musikalischen
Territorien bestens zurecht zu finden, untermauern Stücke wie
„Bunter“, „Fit & In Form“ oder „Zu Besuch“, dass
Reggae das Zuhause von Uwe Kaa ist.
Abschließend gibt er mit einem
versöhnlichen Unterton in der Stimme zu verstehen: „Es geht immer
nur um gute Musik.“